Kurzer geschichtlicher Rückblick auf 100 Jahre FFW Grassel
Feuerschutz gab es in Grassel auch vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Aus Protokollnotizen des Gemeindeausschusses wissen wir, dass in 1901 bereits in Grassel eine Pflichtfeuerwehr existierte. Dieser gehörten 91 Gemeindemitglieder im Alter von 17 bis 37 Jahren an.
Die Gründung 1924-1934
Laut alter Aufzeichnungen soll am 1. März 1924 auf Initiative des neu gewählten Gemeindevorstehers Friedrich Wiegmann (1897-1977) eine Versammlung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr Grassel einberufen worden sein.
Die amtliche Bestätigung der Gründung erfolgte im Rahmen einer Gemeindeversammlung. Auf der Versammlung erklärten sich 37 Grasseler Männer bereit, den Dienst in der neu gegründeten Wehr aufzunehmen. Die erste Protokollnotiz ist vom 1. April 1925. Feuerwehrhauptmann ist Wilhelm Bosse (1873-1952) mit Hermann Lütge (1882-1962) als Schriftwart, beides ehemalige Gemeindevorsteher. Zur Ausstattung der Wehr stellt die Gemeinde regelmäßig Finanzmittel zur Verfügung. Ihren ersten Einsatz hat die Wehr beim Brand des Wehmerschen Hauses in Bevenrode.
Drei große Brände sind aus den Jahren 1930 bis 1933 überliefert. Bei allen Bränden konnten die Gebäude selbst nicht gerettet werden, es wurde aber ein Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude erfolgreich verhindert.
Im Jubiläumsjahr 1934 übernimmt Hermann Lütge das Amt des Brandmeisters. Überliefert sind von diesem Fest das Gruppenfoto (siehe Seite 3) und Bilder vom Festumzug.
Die Jahre 1934-1953
Als Folge der Machtergreifung werden in den Jahren 1933 bis 1935 die Freiwilligen Feuerwehren von der Regierung laut „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 15. Dezember 1933 in Feuerlöschpolizei umbenannt. Sowohl Berufs-, Pflicht- als auch Freiwillige Feuerwehren wurden der Ortspolizeiverwaltung und den Polizeiaufsichtsbehörden unterstellt. Bis 1937 führten die Grasseler Kameraden anscheinend einen ganz normalen Betrieb weiter. Im November 1937 enden die Einträge im Protokollbuch.
Gesichert ist, dass im Kriegsjahr 1940 die Militärverwaltung in der Feldmark Grassel einen Scheinflugplatz sowie mehrere Scheinindustrieanlagen errichtete. Wegen der hiermit verbundenen erhöhten Angriffsgefahr wurden Baumaterial für Bunker und eine Motorspritze gestellt und eine Sirene montiert.
Bei nächtlichem Fliegeralarm stehen Wachen der Feuerlöschpolizei bereit. 1943 werden die männlichen Einwohner des Dorfes in die Feuerlöschpolizei dienstverpflichtet. Neuer Wehrführer wird der Landwirt Fritz Lyke. Wenig später wird er zum Kriegsdienst verpflichtet, und Wilhelm Bosse übernimmt vertretungsweise bis zu seiner Rückkehr nach Kriegsende die Amtsgeschäfte.
Bereits 1948 werden zwei zusätzliche Feuerlöschteiche angelegt, um dem bestehenden Wassermangel bei möglichen Einsätzen vorzubeugen.

Zum 25-jährigen Bestehen der Wehr beginnen im Februar 1949 wieder die Protokolleinträge. Fritz Lyke wird im Amt des Gemeindebrandmeisters bestätigt. Unter seiner Leitung werden der normale Betrieb der Wehr wieder aufgenommen und alle Vorbereitungen für das Fest im Juli 1949 getroffen.
1951 wird erstmalig auf dem während des Krieges 1939/1940 unter der Leitung von Heinrich Köln neu erbauten Spritzenhaus ein Schlauchturm zum Trocknen der Schläuche errichtet.
Nachkriegsjahre bis 1976

Anfang Februar 1954 erklärte sich – nach einem Appell des Bürgermeisters – Wilhelm Lütge dazu bereit, Fritz Lyke im Amt des Gemeindebrandmeisters nachzufolgen.
In der folgenden Zeit wird die Ausbildung der Kameraden deutlich verbessert. In den Folgejahren sollen hier folgende Ereignisse Erwähnung finden:
• 1957 der Brand auf der Hofstelle Breithaupt (Am Hünenberg 6), dem dank des 1948 angelegten Löschteiches nur das Wohnhaus und nicht die direkt angrenzenden Gebäude zum Opfer fielen.
• Anschaffung einer leistungsfähigen Motorspritze; Einsätze bei diversen Hilfeleistungen nicht nur vor Ort, sondern auch in Nachbargemeinden.
Am 11. Januar 1961 übernimmt Werner Nehm das Amt des Gemeindebrandmeisters, während Wilhelm Lütge sein Stellvertreter wird.
In diese Amtszeit fallen u.a. folgende Ereignisse:
• Mehrere Brände waren zu bekämpfen. Erwähnenswert sind ein Scheunenbrand und ein Gebäudebrand in der Ortsmitte. In den 70er Jahren gab es mehrere Einsätze bei diversen Wald- und Moorbränden.
• 1970 entstanden erste Ideen zur Gründung einer Jugendfeuerwehr. Am 9. Dezember 1973 gab es ein erstes Treffen mit interessierten Jugendlichen und ihren Eltern (Foto der Jugendfeuerwehr zwei Jahre später siehe unten).
• Zum 50-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Grassel in 1974 ist bereits die Jugendgruppe vertreten (Foto Seite 37 mit Jugendfeuerwehr).
Die Zeit von 1976 bis 1986
1976 gibt Werner Nehm sein Amt an Helmut Lütge, den Sohn seines Vorgängers, ab. Im selben Jahr kann der Brandmeister das 100-ste Mitglied in der Feuerwehr begrüßen.
Höhepunkt in dieser Zeit ist die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am Kirchenholz am 25. August 1979.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist in diesem Zeitraum auch sehr erfreulich, in allen Bereichen steigen die Anmeldungen. Die aktive Wehr verfügt zeitweilig über mehr als 70 Mitglieder. Auch die Jugendarbeit ist erfolgreich mit deutlich über 20 Mitgliedern. Etliche aus der Jugendfeuerwehr wechseln später bei Erreichen der Altersgrenze in die aktive Wehr. Zum Übungsplatz wird die Wiesenfläche hinter dem Dorfgemeinschaftshaus hergerichtet.
1980 wird das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF nach 17 Jahren durch einen VW LT TSF ersetzt. Im selben Jahr wird in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz die erste Blutspendenaktion organsiert, die nach 44 Jahren immer noch stattfindet.
An Einsätzen in dieser Zeit werden neben Löscharbeiten in und an Wohngebäuden bei diversen Wasser- oder Ölschäden Hilfeleistungen durchgeführt.
Die Zeit bis zum Jahrtausendwechsel
1986 gibt Helmut Lütge sein Amt an Rolf Klages ab. Im selben Jahr erhält die Wehr eine neue Tragkraftspritze vom Typ TS 8/8. Zwei Jahre später kann endlich an das Feuerwehrgerätehaus ein Gruppenraum mit WC angebaut werden.
1989 nimmt als erste Wehr im Papenteich die Jugendfeuerwehr Mädchen in die Feuerwehr auf. Dazu wird eine entsprechende Werbeaktion am alten Feuerwehrgerätehaus durchgeführt.
1996 wird eine eigene Damengruppe gegründet, die aber wegen geringer Mitgliederzahl nach wenigen Jahren in die aktive Wehr integriert wird.
Hilfeleistungen werden bei Bränden (Löscheinsätze an Scheunen, Wohngebäuden, Küchenbrände etc.), Bombenentschärfungen, Verkehrsunfällen, Öl- und Wasserschäden geleistet. Zum Abschluss des Jahrhunderts feiert 1999 die Wehr ihr 75-jähriges Bestehen. Mittlerweile gehören ihr mehr als 200 Mitglieder an, davon über 100 fördernde. Personalmangel war zu dieser Zeit kein Thema.
Zeitraum 2000 bis zum Jubiläumsjahr 2024
Als erste Feuerwehr im Landkreis Gifhorn gründen die Grasseler 2003 eine Kinderfeuerwehr, „Fire-Kids“ genannt. Eine Initiative, für die einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten war. Heute eine Selbstverständlichkeit.
2004 übernimmt Maik Schniete das Amt des Ortsbrandmeisters von Rolf Klages. Am 1.10.2007 wird erstmalig ein Antrag für ein neues Feuerwehrhaus an die Samtgemeinde gestellt, da das alte Gerätehaus zu klein ist und die Anforderungen gewachsen sind.
In die Jahre 2005-2012 fällt die Neuorganisation der Feuerwehren im Papenteich. Es werden Partnerfeuerwehren (Grassel mit Wedesbüttel-Wedelheine – kurz „Wedes-Wedel“) gebildet, und aus den 16 Wehren im Papenteich werden vier sogenannte Löschzüge mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten gegründet. Löschzug 4 (Wasserförderzug) bilden die Wehren Grassel, Wedes-Wedel, Abbesbüttel, Bechtsbüttel. Zugführung übernahm damals der Grasseler Ortsbrandmeister.
Am 22.8.2010 gründete die Freiwillige Feuerwehr Grassel einen Förderverein zur Unterstützung ihrer Arbeit. Dadurch wird eine rechtlich klare Trennung zwischen aktiven und fördernden Mitgliedern vollzogen.
Hilfeleistungen werden bei Bränden (Löscheinsätze an Scheunen, Wohngebäuden, Küchenbrände etc.), Bombenentschärfungen, Verkehrsunfällen, Öl- und Wasserschäden geleistet. Zum Abschluss des Jahrhunderts feiert 1999 die Wehr ihr 75-jähriges Bestehen. Mittlerweile gehören ihr mehr als 200 Mitglieder an, davon über 100 fördernde. Personalmangel war zu dieser Zeit kein Thema.
Zeitraum 2000 bis zum Jubiläumsjahr 2024
Als erste Feuerwehr im Landkreis Gifhorn gründen die Grasseler 2003 eine Kinderfeuerwehr, „Fire-Kids“ genannt. Eine Initiative, für die einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten war. Heute eine Selbstverständlichkeit.
2004 übernimmt Maik Schniete das Amt des Ortsbrandmeisters von Rolf Klages. Am 1.10.2007 wird erstmalig ein Antrag für ein neues Feuerwehrhaus an die Samtgemeinde gestellt, da das alte Gerätehaus zu klein ist und die Anforderungen gewachsen sind.
In die Jahre 2005-2012 fällt die Neuorganisation der Feuerwehren im Papenteich. Es werden Partnerfeuerwehren (Grassel mit Wedesbüttel-Wedelheine – kurz „Wedes-Wedel“) gebildet, und aus den 16 Wehren im Papenteich werden vier sogenannte Löschzüge mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten gegründet. Löschzug 4 (Wasserförderzug) bilden die Wehren Grassel, Wedes-Wedel, Abbesbüttel, Bechtsbüttel. Zugführung übernahm damals der Grasseler Ortsbrandmeister.
Am 22.8.2010 gründete die Freiwillige Feuerwehr Grassel einen Förderverein zur Unterstützung ihrer Arbeit. Dadurch wird eine rechtlich klare Trennung zwischen aktiven und fördernden Mitgliedern vollzogen.
